Europäische Raumentwicklung

Der Europäischen Union (EU) gehören 27 Staaten an, welche gemeinsam rund ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts der Welt erwirtschaften. Damit gehört die EU zu den größten und wirtschaftsstärksten Regionen der Welt.

Innerhalb der EU gibt es jedoch gravierende Entwicklungsunterschiede. Dies erfordert von den Mitgliedsstaaten gemeinsame Vorstellungen über die Entwicklung des EU-Territoriums und die Erarbeitung von Strategien zur Umsetzung der Entwicklungsziele. Die für Raumentwicklung zuständigen Ministerinnen und Minister der EU haben sich dieser Problematik angenommen.

Bereits im Mai 1999 wurde das "Europäische Raumentwicklungskonzept" beschlossen. Im Mai 2007 folgte die "Territoriale Agenda der Europäischen Union", die während der deutschen Ratspräsidentschaft von den Raumordnungsministern der Länder bestätigt wurde.

Die Ziele des Europäischen Raumentwicklungskonzeptes und der Territorialen Agenda sollen gemeinsam von den europäischen Institutionen sowie den nationalen, regionalen und lokalen Regierungs- und Verwaltungsebenen angestrebt werden.

Ein wichtiges Programm zur Förderung der Zusammenarbeit von Städten, Regionen, Institutionen und Mitgliedstaaten ist INTERREG, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Speziell INTERREG B fördert die staatenübergreifende Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und lokalen Behörden in transnationalen Kooperationsräumen und soll zu einer harmonischen räumlichen Entwicklung des gesamten Gebietes der EU und zu einer besseren Integration der neuen Mitgliedstaaten beitragen.

Die Auswirkungen des Demografischen Wandels sind mehrheitlich in vielen anderen Ländern Europas zu verzeichnen, daher wird das Thema auch im Rahmen von Projekten der Transnationalen Zusammenarbeit behandelt. Auf Initiative und unter Leitung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt ist das transnationale Projekt YURA (Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Jugendstrategien für Regionen mit Abwanderung) entwickelt worden. Mit YURA sollen gemeinsam mit Jugendlichen, Unternehmen und der Politik Aktionen und Aktivitäten entwickelt werden, die der Abwanderung junger Menschen besonders aus ländlichen Regionen entgegenwirken. An dem Projekt sind Regionen aus sechs EU-Mitgliedstaaten beteiligt. Ein weiteres Projekt mit demografischer Ausrichtung ist SEMIGRA, mit welchem die Ursachen und Folgen der selektiven Abwanderung, speziell der Abwanderung junger Frauen, in den am Projekt beteiligten Regionen in Deutschland, Finnland, Schweden und Ungarn untersucht werden.

Weiterführende Links:

Programm INTERREG
Europäisches Raumentwicklungskonzept
Territoriale Agenda der Europäischen Union 2020

Projekt Yura - Your Region Your Future
Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Jugendstrategien für Regionen mit Abwanderung

Projekt SEMIGRA - Selective Migration and unbalanced Sex Ration in Rural Regions
Selektive Abwanderung und Geschlechterdisproportionen in ländlichen Regionen

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